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Kunlun Neigong

Duo-Zirkulations-Therapie

 
Christian Opitz
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Kunlun Neigong  
 

Meine Erfahrungen mit Kunlun Neigong

Eines der am häufigsten geäußerten Prinzipien spirituellen Wachstums ist das des Loslassens. Wie wohl die meisten Veteranen innerer Suche bestätigen können, führen verkrampfte innere Anstrengungen nur zu mehr Kontraktion, nicht zu Freiheit. Loslassen, nicht – Tun, einfach sein, das hört sich alles gut an und macht Sinn. Dennoch scheint es eher selten, das es Menschen gelingt, wirklich auf dieser Basis zu leben und das innere Wachstum in völliger Hingabe einer höheren Kraft anzuvertrauen. Viele spirituelle Lehrer/Lehren sprechen dann immer von der hartnäckigen Gewohnheit des Festhaltens; der Unwilligkeit, Kontrolle aufzugeben etc.

Ich bin der Meinung, dass hier etwas Wesentliches außer acht gelassen wird. Wenn Menschen loslassen, sich entspannen,
die angestrengte innere Suche aufgeben, erfahren sie meiner Beobachtung zwar oft eine angenehme Entspannung und ein emotionales Gleichgewicht, aber eben nicht mehr.  Für einen wirklichen Sucher, der/die eben nicht wirklich ruhen kann, ohne die Wahrheit des Seins zu erfahren, wird dies einfach nicht ausreichen, und so bleibt oftmals die Gewohnheit des strategischen inneren Suchens erhalten.

Ich bin vor kurzem mit einer alten Taoistischen Praxis in Berührung gekommen, die hier eine interessante Alternative aufzeigt. Kunlun Neigong oder einfach Kunlun ist eine lange
Zeit geheim gehaltene Praxis, in der eine spezielle Art von Energie aktiviert wird, die sich von bekannten Energien wie Kundalini, Chi, etc. klar unterscheidet. In einem Kunlun-Seminar wird diese Energie durch den Lehrer aktiviert.
Danach gibt es nichts weiter zu tun, als in bestimmten
Haltungen zu sitzen und in völliger Heiterkeit und Nichts-Tun
alles zuzulassen, was nun passiert. Als mein Kunlun aktiv
wurde, war dies nicht etwa eine Energie, die im Körper strömt oder durch Energiebahnen oder Chakren verläuft. Stattdessen zog Kunlun das Gefühl von Identität völlig aus dem Körper, den Lebensenergien und den Gedanken und zeigte auf, dass es in Wirklichkeit keinen Körper gibt. Es ist ähnlich einer Todeserfahrung, nicht notwendigerweise mit dem Stillstand
der Körperfunktionen, aber das Gefühl, einen Körper zu haben, stirbt völlig in einer unbeschreiblichen Glückseligkeit.

Interessanterweise finden dann auch sehr kraftvolle Heilungsprozesse im Körper statt, Blockaden werden in spontanen Bewegungen entladen und vieles mehr. Aber
Kunlun an sich ist nicht im Körper, vielmehr wirkt der Körper wie ein kleiner Windhauch in der Unendlichkeit des Kunlun. Nach Aussagen von Max Christensen, der Kunlun aus der Abgeschiedenheit einiger weniger Klöster in die Welt gebracht hat, geschieht dieser Durchbruch des Kunlun bei etwa 90% der Menschen in den ersten Wochen der Praxis. Nach der ersten Öffnung ist Kunlun immer zugänglich, man setzt sich in eine bestimmte Haltung, lächelt oder denkt an einen guten Witz, und die Glückseligkeit steigt auf und übernimmt den Körper und Geist. Das Besondere ist hierbei, dass Loslassen so unmittelbar und zuverlässig belohnt wird. Dadurch geschieht von ganz alleine eine Lernerfahrung des Geistes, der nun einfach genügend Anreiz hat, um von einer Grundhaltung der Entspannung und der Leichtigkeit aus zu leben und sich dem inneren Weg hinzugeben. Kunlun ist definitiv ein kraftvolles Heilmittel für Ernsthaftigkeit, und ich habe wohl noch nie auf einem Seminar soviel gelacht.

Weitere Informationen gibt es auf www.kunlunbliss.com.

Informationen über Kunlun-Seminare mit Christian Opitz finden Sie hier sowie im folgenden Abschnitt:

Kunlun Neigong - eine Taoistische Geheimlehre ganzheitlicher Spiritualität

Einer der großen Trends unserer Zeit ist das Bedürfnis nach einer integralen Spiritualität, welche die uralte Sehnsucht des Menschen nach Transzendenz auf harmonische Weise mit dem menschlichen Leben vereint. Eine verständliche, aber auch sehr naive Hoffnung vieler spiritueller Sucher besteht darin, dass ein Realisieren des absoluten, ungeborenen Seins die menschlichen Schwächen und Herausforderungen, die dieses verkörperte Leben mit sich bringt, alle irgendwie auflöst. Nach den vielen prominenten Fällen sichtbar gewordener unerlöster Schattenseiten bekannter spiritueller Lehrer ist wohl weithin deutlich geworden, dass auch eine tiefe Verwirklichung des Absoluten nicht notwendigerweise gleich das ganze menschliche Wesen durchdringt.

Wenn heutzutage soviel darüber gesprochen wird, dass menschlich – irdische Belange, Freude am Leben, Geld, Sexualität etc. spirituelle Befreiung nicht behindern, so sollten wir uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass eben genau diese menschlich – irdischen Dinge lange Zeit als Hindernisse für Spiritualität angesehen wurden. Der Weg des Buddha wird heute gerne als der Mittelweg beschrieben, aber für den modernen westlichen Komfortmenschen wäre der Lebensstil der Schüler Buddhas eine extreme Askese.

Von Buddha selbst stammt viel Weisheit, die heute gerne zitiert wird, aber eben auch die Anweisung an Mönche, sich Frauen als Eiter und Schleim zu visualisieren, um eine Abneigung gegen sexuelle Anziehung zu entwickeln. Ramakrishna, der hochverehrte Heilige des 19. Jahrhunderts, sagte oft, dass „Frauen und Gold“ die Seelen junger Männer vergiften würden. Sein größter Schüler, Swami Vivekananda, hielt mit viel Willenskraft das Zölibat durch. Er war aber auch Kettenraucher, neigte zu Alkoholexzessen und starb mit 40 Jahren, nachdem er durch seine Lebensweise seine Gesundheit ruiniert hatte. Dies sind nur wenige Beispiele von vielen dafür, wie in traditionellen Befreiungslehren oftmals sehr menschliche Impulse einerseits als Problem angesehen werden, andererseits aber dadurch besonders starke, destruktive Auswirkungen haben. Die Spaltung des menschlichen und sinnlichen Lebens von der Suche nach Befreiung und die patriarchale Geringschätzung von verkörpertem Leben auf der Erde, von Frauen und dem weiblichen Element der Hingabe an das Irdische, hat meiner Meinung nach konkrete Gründe im Bereich der menschlichen Lebenskraft.

Aufsteigende und zirkulierende Kundalini

Unser Urgrund des Seins, Bewusstsein selbst, ist jenseits aller Energieerfahrungen immer präsent und kann immer als in sich vollständig erlebt werden. Auch wenn diese direkte Möglichkeit der Selbstverwirklichung jederzeit da ist, so gibt es doch auch die Ströme der Lebenskraft, die eine solche Erkenntnis fördern oder behindern können. Auch ein Alkoholiker im Vollrausch ist die gleiche ewig freie Buddha – Natur, so wie Buddha, Ramana Maharshi oder Du und ich. Aber die Wahrscheinlichkeit des betrunkenen Alkoholikers, dies zu realisieren, ist eher gering. Unsere wahre Natur zu erkennen, ist ein paradoxes Zusammenspiel aus dem ursachenlosen Bewusstsein, das immer in sich vollständig ist, und der verkörperten menschlichen Natur, in der die Ströme der Lebensenergie gute oder weniger gute Voraussetzungen für Bewusstsein schaffen können, sich selbst zu erkennen. Ein solcher Strom der Lebenskraft ist die Kundalini – Energie. Die Yoga – Lehren beschreiben eine kosmische, magnetische Kundalini, die im ganzen Universum existiert.

Als Gegenpart existiert an der Basis der Wirbelsäule zusammengerollt die elektrische Kundalini, die erwachen und entlang der Wirbelsäule aufsteigen kann. Dieser Aufstieg enthält viel Symbolik der patriarchalen, weltabgewandten Spiritualität. Wenn die Kundalini nur „aufsteigt“ um im Kronenchakra dann mit der kosmischen Kundalini in einer unendliche Ausdehnung zu verschmelzen, geht damit oft die subjektive Erfahrung einher, dass die Dichte des Körpers ein störendes Hindernis für spirituelle Freiheit ist. Nicht umsonst bezeichnete Paramahansa Yogananda den Körper als „elendigen Käfig“, und die Indischen Lehren verschiedener Yoga – Wege befürworteten traditionell ein Ausmaß an Askese, das für den modernen westlichen Menschen kaum natürlich erscheint.

Eine andere Sichtweise zum natürlichen Strömen der Lebenskraft findet sich in der Taoistischen Tradition. Hier wird der ideale Fluss der Kundalini als ein Zirkulieren angesehen, bei dem der Aufstieg entlang der Wirbelsäule durch einen Abstieg auf der Vorderseite des Körpers vervollständigt wird. Interessanterweise wurde im Taoismus nie ein Ausstieg aus dem Rad der Wiedergeburt angestrebt und es gab niemals eine Geringschätzung von Frauen und dem irdisch – menschlichen Leben. Hier besteht mit großer Wahrscheinlichkeit ein Zusammenhang zum Fluss der Lebensenergie. Alleine die sprachliche Symbolik eines „Aufstiegs“, der in einer Ausdehnung über dem Kopf und außerhalb des Körpers endet, ist eine völlig andere, als die des Kreislaufs der Lebenskraft. Der Taoismus strebt nicht nach dem Zustand des „aufgestiegenen“ Meisters, sondern nach dem des abgestiegenen – ein Verfeinern und Befreien der Lebenskraft, um hier, in diesem irdischen Leben, das Absolute zu realisieren und zu verkörpern. Der absteigende Strom der Lebenskraft an der Vorderseite des Körpers wurde übrigens auch von Pionieren der körperorientierten Psychotherapie wie Wilhelm Reich, Gerda Boyesen und anderen als überaus wichtig erkannt. Blockaden in diesem Bereich des Lebensflusses hängen direkt mit psychischen Trauma zusammen und führen oft zu einem negativ besetzten Verhältnis zu Körper, Sexualität und dem irdischen Leben oder auch zu Exzessen und Suchtverhalten. Ein rein nach Transzendenz strebender Aufstieg der Kundalini wird diese Blockaden nicht auflösen. Eine Zirkulieren der Lebenskraft, im Taoismus mikrokosmischer Kreislauf genannt, kann im Auflösen dieser Blockaden wertvolle Dienste leisten, so dass die Dichte des Körpers nicht mehr als Gegensatz zur Erfahrung transzendenter Ebenen erlebt wird.

Die geheimen Taoistischen Wurzellehren

Der zirkulierende Fluss der Lebensenergie ist durch Praktiken wie Qigong weithin bekannt geworden. Neben diesen seit langer Zeit der Öffentlichkeit zugänglichen Lehren gab es im Taoismus auch die bislang weitestgehend geheimen Wurzellehren. Die Wurzellehren der Taoisten wurden als so kraftvoll angesehen, dass sie ohne Anbindung an einen Lehrer, ohne Regeln und ohne spirituelle Theorie vermittelt wurden. Es gab im Vermitteln dieser Wurzellehren einfach das tiefe Vertrauen, dass mit diesen kraftvollen Schlüsseln jeder Mensch in sich selbst die Wahrheit finden kann und dazu keine Indoktrination, vorgegebene Regeln oder Autorität außerhalb von sich selbst braucht. Es ist überliefert, dass über 90% der Menschen, die in diesen Wurzellehren als Meister angesehen wurden, Frauen waren. Der Taoismus ist damit eine erfrischende Ausnahme von den patriarchalen spirituellen Lehren, in denen Männer oftmals die Lehrtätigkeit dominieren. In der Taoistischen Sichtweise sind Frauen mit ihrer yin – Natur stärker als Männer und haben es generell leichter, in der Hingabe an ihre eigene Göttlichkeit transformiert zu werden. Keine Angst, Männer, es gibt Hoffnung für uns, allerdings ist der Weg der Transformation in den Taoistischen Wurzellehren auch eine Auflösung der hypermaskulinen Impulse, die sowohl in der Gesellschaft allgemein wie auch in vielen spirituellen Traditionen lange idealisiert wurden.

Neben dem Zirkulieren der körpereigenen Lebenskraft, wie es in vielen Qigong – Systemen geübt wird, beinhalten die Taoistischen Wurzellehren auch einen Abstieg der kosmischen Kundalini in den Körper. Dies ist der exakte Gegenpol zu der Idee, die elektrische Kundalini im Kronenchakra in die kosmische Kundalini verschmelzen zu lassen. Die Öffnung des Kronenchakras ist aus Taoistischer Sicht ein guter Weg zu sterben, denn so wird die Lebenskraft der Nieren aus dem Körper geleitet und das Körperbewusstsein wird auf glückselige Weise transzendiert. Wenn wir aber noch vorhaben, eine Weile zu leben, fehlt uns diese Lebensenergie. Außerdem neigt die Kronenchakra – Öffnung dazu, dem Menschen illusorische Visionen und mystische Erfahrungen zu geben, wenn der Körper weiterlebt. Diese exzessiven mystischen Erfahrungen können z.B. ein solches Gefühl von Allmacht verleihen, dass ein Mensch auf die Idee kommt, der Avatar des Goldenen Zeitalters oder der göttliche Weltenlehrer zu sein, oder dass die eigene Lehre oder Methode der Transformation die ganze Welt befreien wird. Solche Illusionen sind eher unwahrscheinlich, wenn die kosmische Kundalini in den Körper herabsteigt und damit die Unendlichkeit ins Endliche bringt.

Kunlun Neigong

Eine der Taoistischen Wurzellehren ist das Kunlun Neigong, das ich der Einfachheit halber als Kunlun bezeichne. Die Kunlun – Berge in China waren über Jahrtausende ein Refugium für Menschen, die intensiv Praktiken zur inneren Transformation erforschen wollten. Es wird gesagt, dass um das Jahr 800 ein 16jähriges Mädchen in den Kunlun – Bergen ein tiefes inneres Erwachen durchlief und danach die Kraft hatte, einen spontanen Prozess in anderen Menschen auszulösen, durch den die kosmische, magnetische Energie den Menschen auf allen Ebenen transformiert und heilt. Die Praxis des Kunlun ist ein reines Loslassen und Geschehen lassen in einer bestimmten Körperhaltung, nachdem man eine Aktivierung der magnetischen Energie durch einen Kunlun – Begleiter erhalten hat. In dieser Tradition gibt es keine Lehrer und keine Schüler, deshalb der Ausdruck Begleiter – auch wenn man in der Lage ist, die Kunlun – Energie in anderen Menschen zu aktivieren, ist man dadurch nicht in einer höhergestellten Lehrerposition. Die Praxis des Kunlun wird perfekt ergänzt durch eine weitere Art der Übung, den roten Phönix. Durch den roten Phönix wird gezielt die kosmische Kundalini in den Körper geleitet, was das Gehirn und die Körperzellen energetisiert und regeneriert. Eine Auswirkung des roten Phönix ist die sehr kraftvolle Befreiung des Gehirns von Indoktrination, was ein Grund dafür ist, dass diese Praxis bis heute in China verboten ist.

Kunlun und roter Phönix wurden als perfekte Kombination der inneren Übung zusammengeführt durch Max Christensen, der sich inzwischen vom öffentlichen Unterrichten zurückgezogen hat. Max bekam seit seiner Kindheit Unterweisungen von Taoistischen Großmeistern und durchlief später auch Schulungen bei Hawaiianischen Kahuna, Navajo – Schamamen und wurde autorisierter Lama im Tibetischen Buddhismus. Im Gegensatz zu vielen traditionellen Lehrern hat er die kraftvollsten Lehren und Methoden für innere Transformation, die er kannte, nie zurückgehalten. Wenn es eine große Schwäche in der Taoistischen Tradition gibt, dann wohl die Geheimniskrämerei, die um die wirksamsten Ansätze der Transformation gemacht wird und die bewusste Verfälschung vieler Methoden, um ihnen Wirksamkeit zu nehmen. Max lehrte immer die Essenz der wirksamsten Methoden, die er selbst erfahren hatte. Sein Lehrstil war von Humor und einer spielerischen Leichtigkeit geprägt und von einer tiefen Wertschätzung für den jeweiligen Menschen, mit dem er gerade zu tun hatte.

Kunlun und roter Phönix in der Linie von Begleitern, die von Max in die westliche Welt eingeführt wurde, wird vermittelt ohne starre Regeln für die eigene Praxis und ohne theoretischen spirituellen Überbau. Dies befreit den Menschen, für sich selbst ganz unschuldig die Wahrheit des Seins zu erforschen. Als Ramana Maharshi spontan und ohne jegliches spirituelle Training seine Erleuchtung erfuhr, nahm er eine Zeitlang an, dass er vielleicht eine höchst angenehme Geisteskrankheit hatte. Erst später, als religiöse Gelehrte seinen Zustand in die Theorien und Mythen der Vedanta – Tradition einordneten, wurde er „Maha – Rishi“ oder großer Seher genannt. Zunächst war er ein einfacher Mensch, der spontan und völlig unschuldig eine großartige Entdeckung gemacht hatte, ohne sie in Theorien einzuzäunen. Die Betonung der yin – Qualität unserer inneren Entfaltung im Kunlun entspricht dieser völligen Unschuld. Erleuchtung, Erwachen oder alle anderen theoretischen Konstrukte um innere Freiheit sind unnötig, wenn wir die Wirklichkeit unseres Seins erforschen wollen.

 

Max Christensen
(Veröffentlichung mit freundlicher
Genehmigung von www.kunlunbliss.com)

 

 

Buch von Max Christensen
(Veröffentlichung mit freundlicher
Genehmigung von www.kunlunbliss.com)